![]() |
![]() |
![]() |
| Bamberger Skeptiker » Events |
EventsUfos: Wunderzeichen am Himmel?"It's just that people who claim they've seen aliens are always pathetic lowlifes with boring jobs." Termin: 09. Dezember 2005 Referent: Werner Walter, geboren im Sputnik-Jahr 1957, ist Einzelhandelskaufmann in Mannheim. 1976 gründete der Hobby-Astronom und bekennende Sci-Fi-Fan das "Centrale Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmelsphänomene" (CENAP). Er gehört zu den Mitbegründern der GWUP, ist Herausgeber der Ufologie-kritischen Fachzeitschrift "CENAP Report" und Autor des Bestsellers "Ufos: Die Wahrheit". Bekannt geworden durch Presse, Funk und Fernsehen ist auch die von ihm ehrenamtlich betriebene "Ufo-Meldestelle". |
| Kurze Zusammenfassung des Vortrags Nur für Sekundenbruchteile ist es scharf zu sehen. Ein flackerndes Etwas flirrt durch den Nachthimmel. Dann verschwimmt das Bild der Videokamera zu einem matschigen Grau. Das Mikro nimmt den aufgeregten Kommentar des Hobby-Filmers auf: "Was ist das für ein Ding?!" - Und tatsächlich: Was der Amateur hinter der Linse da auf Band gebannt hat, ist wirklich nicht von dieser Welt. Außerirdischer Besuch aus einer anderen Galaxie? Werner Walter legt die nüchternen Fakten auf den Tisch: Nein, die Venus war's, die hell vom Himmel strahlte. Invasion abgeblasen. Dieses Video war nicht der einzige vermeintliche Alien-Beweis, den Walter bei seinem Vortrag "Ufos: Wunderzeichen am Himmel?" ins Reich der Lügen und Mythen katapultierte. Die Bamberger Skeptiker hatten den CENAP-Leiter und GWUP-Mitbegründer zu diesem Thema an die Otto-Friedrich-Universität eingeladen.
Ufos sind ein Exportschlager. Von den USA aus, dem "Mutterland der Ufos", so Walter, verbreiteten sie sich "wie Coca-Cola über die ganze Welt". Dabei begann der überirdische Rummel um die unbekannten Flugobjekte mit dem Kalten Krieg: Nach der Sichtung mysteriöser "Geisterraketen" am Himmel über Skandinavien im Jahr 1946 lenkte die vorerst unerklärliche Erscheinung das Interesse des Militärs auf sich. Doch die vermeintlichen neuen Waffen des Feindes jenseits des Eisernen Vorhangs entpuppten sich wenig später als zwar imposante, aber kaum gelenkte oder gar bemannte Meteoriten. Ein Jahr später, 1947, stürzte in Roswell/ New Mexico der wohl berühmteste Wetterballon der Menschheitsgeschichte auf den Acker eines arglosen Bauern. Doch erst Jahrzehnte später, Anfang der 80er Jahre, wurde das damals kaum beachtete Ereignis von der Ufologen-Szene mit neuem, außerirdischem Glanz versehen - und zwar aus ganz eigennützigen, profanen Gründen, so Walter: "Ende der 70er hatte das Interesse an Ufos stark nachgelassen. Die Szene brauchte etwas Neues, um sich am Leben zu erhalten. Und so wurde der so genannte Roswell-Zwischenfall neu erfunden. Dabei hat die erdichtete Version der 80er Jahre so gut wie nichts mehr mit den Ereignissen von 1947 zu tun." - Was war geschehen? Satellitentechnik war noch Zukunftsmusik, da wollten die USA eventuelle Atomtests der Sowjetunion aus der Luft erkunden. Folglich rüsteten die Militärs einen Höhenforschungsballon, wie er gewöhnlich zur Wetterbeobachtung verwendet wurde, mit einem Geigerzähler aus und ließen ihn steigen. Hoch oben sollte er Daten sammeln, die auf ungewöhnliche Radioaktivität hinweisen. Doch der Ballon wurde ein Opfer der Schwerkraft: Ein Farmer fand die folienartigen (und damals somit zweifellos befremdlich wirkenden) Überreste auf seinem Feld und brachte sie - in Erwartung einer Belohnung für den Fund einer "fliegenden Untertasse" - zum Sheriff. So weit die Fakten. Die Ufo-Szene blähte den profanen Müllfund jedoch später zu einem Ereignis mit globaler, ja interstellarer Reichweite aus: Außerirdische seien abgestürzt und in die ebenso geheime wie auch legendäre "Area 51" gebracht worden. Das Militär aber verschweige alles. Eine Verschwörung ungekannten Ausmaßes sei im Gange. Jahrzehnte später will plötzlich jeder in Roswell den Absturz oder mindestens etwas anderes Außergewöhnliches beobachtet haben. "Doch die Zeugen widersprechen sich alle mit ihren Versionen der angeblichen Ereignisse", so Walter. Roswell mag zwar die bekannteste, sicher aber nicht die einzige erdichtete Ufo-Story sein. Walter hat noch mehr in petto: Da gab es den Fotografen, der ein angebliches Ufo ablichtete und dafür 450.000 US-Dollar Honorar bekam - bis er die Wohnung wechselte und sein Nachmieter ein Modell des Fluggerätes auf dem Dachboden fand. Oder den bekannten Ufologen, in dessen Nachlass man schließlich eine Tischlampe entdeckte, die verdächtig an eine seiner früheren Ufo-Fotografien erinnerte. Ufos, mit Ölfarbe auf Fensterglas gemalt. Ufos, als Miniaturen in Sandkästen groß in Szene gesetzt. Ufos, mit Polaroid-Tricks geknipst. Ufos, von Disco-Strahlern in den Nachthimmel gebeamt. Nachbarplaneten, Flugzeuge, Party- und Forschungsballone, VW-Radkappen, IKEA-Werbegags, fliegende Gimmicks aus der Kultzeitschrift "Yps" - es scheint, als könne alles, was am Himmel leuchtet oder auch nur kurzfristig die irdische Schwerkraft überwinden kann, wortwörtlich über Nacht als Alien-Vehikel interpretiert werden. Das eine Ufo basiert auf Wahrnehmungstäuschungen, das andere wird aus der eifrigen Feder recherchefauler Journalisten geboren. Werner Walter selbst inszenierte einst eine Ufo-Landung in Speyer und gab seine Geschichte als Augenzeuge an die Presse. Niemand recherchierte seine Story nach. Von einer Ufologen-Zeitschrift aus schaffte sein Ufo-Märchen sogar den Sprung in die "HörZu". Als Walter die Täuschung aufklären wollte, hatte dort niemand Interesse daran. Die Gläubigen dagegen nehmen ihm die Sache jetzt noch übel und wähnen ihn gar im Sold der Geheimdienste, da er falsche Spuren legte ... Doch heute, so Walter, ist das Thema erneut auf dem Rückzug. Die Ufos verlieren wieder einmal an Attraktivität. Und ähnlich wie in den 80er Jahren, als die Ufologen den "Roswell-Crash" aus dem Boden der Fantasie stampften, um der eigenen Szene neues Leben einzuhauchen, formiert sich auch jetzt ein neuer, frischer, doch gleichfalls muffig-brauner Ufo-Mythos am Horizont: der der so genannten "reichsdeutschen Flugscheiben". Demnach forschte Nazi-Deutschland (in manchen Varianten des extrem rechtslastigen Märchens sogar mit außerirdischer Entwicklungshilfe) an interplanetaren Fluggeräten, mit denen Adolf Hitler persönlich durch den Kosmos gekarrt wurde. Der Clou des Schwachsinns: Noch heute wartet der "Führer" in einer unterirdischen Basis am Nordpol auf seine siegreiche Rückkehr ins Reich, flankiert von einer ganzen Flotte Nazi-Ufos ... Doch so krude der Albtraum auch klingt - die NS-Perversion von "Das Imperium schlägt zurück" basiert in der Tat auf deutscher Ingenieursleistung: Tatsächlich experimentierte man 1944 mit einem Rundflügelflugzeug, das mit stark zusammengekniffenen Augen wirklich leicht an eine Art Ufo erinnert. Walter: "Das Teil ist drei Meter weit geflogen, dann zu Boden geplumpst und verbrannt." (sk, 14.12.2005) |
|
Presse-Stimmen zum Vortrag "So enden die Recherchen von Walter über vermeintliche UFOs, die gesichtet wurden, oft. In fast allen Fällen gebe es eine wissenschaftliche Erklärung für die scheinbar unerklärlichen Himmelszeichen, sagt der renommierte UFO-Forscher und Hobby-Astronom. 'Das Außergewöhnliche findet lediglich in den Köpfen der Menschen statt. In Wahrheit ist alles viel harmloser als es den Anschein hat.'" (Frankenpost, 12.12.2005) - Lesen Sie hier den ganzen Artikel. "Keine Hoffnung also für die Aliens und ihre Gemeinde? Circa fünf Prozent der Erscheinungen, sagte der Referent, können (noch) nicht geklärt werden. Es gibt zu wenig Informationen und keine externen Zeugen. Dennoch steht die Invasion - oder wahlweise Erlösung - nicht bevor. Walter: 'Es wird etwas gesehen, aber es ist harmloser, als wir denken. Das eigentliche Phänomen findet in unserem Kopf statt.'" (Fränkischer Tag, 22.12.2005) - Lesen Sie hier den ganzen Artikel. |
| Literatur und Links zum Thema
|
| Impressum | Disclaimer | Sitemap |
