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Den Druidenhain "entzaubert".
Geologen: natürlich entstandene Felsformation

Gab es je Druiden im Druidenhain? 50 Teilnehmer einer Exkursion der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften wollten es wissen. Die von der Regionalgruppe Bamberg veranstaltete Fahrt führte zuerst zu einem keltischen Burgwall bei Burggaillenreuth. Diplom-Geologe Michael Link erläuterte, woran man erkennen kann, dass es sich hier um eine von Menschen ausgebaute Geländeformation handelt. Der Abstecher zur Espershöhle, wo in alter Zeit Jungfrauen geopfert wurden, zeigte hingegen, wie eine natürliche Felsformation in den Dolomitgesteinen der Fränkischen Schweiz aussieht. So erkannte man hier parallele Brüche im Fels, durch die Wasser in die Tiefe drang und die Höhle aus dem Gestein wusch.

Dann ging es in den Druidenhain bei Wohlmannsgesees im Landkreis Forchheim, wo zu klären war, ob es sich bei der faszinierenden Felsformation tatsächlich um einen ehemaligen keltischen Kultplatz handelt. Die moderne Legende, die erst seit dem frühen 20. Jahrhundert existiert, besagt, die Steine des Hains seien mit Bedacht von keltischen Druiden vor über 2000 Jahren so aufgestellt worden, wie sie heute stehen. Tatsächlich, so Geologe Link, wurde bei einer genauen geologischen Aufnahme der Felsformationen festgestellt, dass fast alle Steine sich genau in der Position befinden, wo sie geologisch betrachtet hingehören. Nur bei dreien der unzähligen Steine sei nicht ganz sicher, ob sie noch so stehen, wie die Natur - Bodenbewegung und Erosion - sie hingestellt hat.

Dies konnten die Teilnehmer dank der an der Espershöhle erworbenen Kenntnisse über Kluftsysteme im Dolomit nun auch gut selbst beurteilen. Auch der archäologische Befund spricht gegen eine Kultstätte: Wenn der Ort wirklich einmal ein keltischer Kultplatz war, müsste man bei archäologischen Grabungen irgendwelche Überreste entdecken können: Scherben, Knochen usw. Doch nichts dergleichen fand sich bisher. Auch die Überlieferung - sonst oftmals ein guter Hinweisgeber für Archäologen - schweigt vor dem 19. Jahrhundert. Ob hier jemals Druiden Rituale abgehalten haben, so Michael Link, kann man nicht mit letzter Gewissheit ausschließen. Ein regulärer keltischer Kultplatz jedoch war der "Druidenhain" - trotz der Mystik des Ortes - sicher nie.

Die Teilnehmer beschlossen, sich zu einer Nachbesprechung am 16. März um 19 Uhr in der Gaststätte Reichelbräu, Judenstraße 5, zu treffen. Dazu sind auch Interessenten, die nicht mit im Druidenhain waren, eingeladen. Eine Wiederholung der Exkursion ist im April geplant.

(Quelle: "Fränkischer Tag", 02.03.2001)


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